Häufige Fragen (FAQ) zu PersonMe für Patient*innen
Hinweis: Die bereitgestellten FAQs dienen als vorläufige Orientierung zum Projekt PersonMe. Die Inhalte befinden sich aktuell noch in Abstimmung mit dem Ethikantrag, dem Informed Consent sowie dem Studienprotokoll und sind daher noch nicht final freigegeben. Änderungen und Ergänzungen im weiteren Projektverlauf sind möglich.
PersonMe ist ein Forschungsprojekt zur psychischen Gesundheit. Dabei wird ein neues ambulantes Monitoringsystem entwickelt:
- eine App mit kurzen Fragen zu Stimmung und Alltag („Digital Phenotyping“)
- eine Smartwatch bzw. Bewegungssensoren
- und eine Messung des Medikamentenspiegels aus einem kleinen Tropfen Kapillarblut.
Ziel ist, Ärzt*innen besser und schneller dabei zu unterstützen, Ihre Medikation individuell anzupassen.
PersonMe richtet sich an erwachsene Patientinnen mit psychischen Erkrankungen, z.B. Depressionen oder psychotischen Störungen, die mit bestimmten Antidepressiva oder Antipsychotika behandelt werden. Ob Sie konkret teilnehmen können, entscheiden Ihre behandelnden Ärztinnen nach festen Einschlusskriterien im Projekt.
Im Projekt werden ausgewählte Antidepressiva und Antipsychotika betrachtet, zum Beispiel:
- Antidepressiva: (Es-)Citalopram, Sertralin, Venlafaxin, Mirtazapin
- Antipsychotika: Clozapin, Risperidon, Quetiapin, Haloperidol, Aripiprazol
Wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen, kann das ein Hinweis sein, dass PersonMe für Sie geeignet ist – die endgültige Entscheidung trifft aber Ihr ärztliches Behandlungsteam.
Vereinfacht läuft es so ab:
- Aufklärung und Einwilligung: Sie bekommen alle Informationen, können Fragen stellen und unterschreiben eine Einwilligung, wenn Sie teilnehmen möchten.
- Nutzung von App und Smartwatch:
- Sie beantworten über mehrere Zeiträume (z. B. vier Wochenblöcke) kurze Fragen in der App zu Stimmung, Schlaf, Aktivität etc.
- Eine Smartwatch (oder ein anderer Sensor) misst Bewegungsdaten.
3. Blutspiegelmessungen zuhause:
- Sie nehmen zu vorgegebenen Zeitpunkten kleine Kapillarblutproben aus der Fingerbeere (ähnlich wie bei einem Blutzuckertest).
- Die getrockneten Blutproben schicken Sie per Post an das Labor.
4. Auswertung durch das Behandlungsteam:
- Ihre Arzneistoffkonzentrationen im Blut und Verhaltensdaten werden auf einer sicheren IT-Plattform zusammengeführt.
- Ärzt*innen erhalten eine besser verständliche Übersicht und können – falls nötig – die Dosis anpassen.
Die genauen Abläufe (Zeitpunkte, Anzahl der Messungen) erklärt Ihnen das Studienteam im Detail.
„Digital Phenotyping“ heißt, dass bestimmte Aspekte Ihres Befindens und Verhaltens digital erfasst werden, z. B.:
- kurze Stimmungsfragen in der App (Experience Sampling)
- Aktivität und Bewegungsmuster über eine Smartwatch (oder einen anderen Bewegungssensor)
- eventuell Schlaf- oder Unruhedaten
Diese Informationen ersetzen kein Gespräch, können Ihrem Behandlungsteam aber zusätzlich zeigen, wie es Ihnen im Alltag zwischen den Terminen geht.
Statt einer klassischen Blutabnahme in der Praxis oder im Labor wird ein Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere verwendet:
- Sie bekommen ein Set mit Lanzette, Aufnahmesystem und Anleitung.
- Sie entnehmen einen kleinen Tropfen Blut, der auf ein spezielles Trägermaterial (z. B. „dried blood spot“ oder VAMS) aufgebracht wird.
- Die Probe trocknet, wird sicher verpackt und per Post an das Labor gesendet.
- Im Labor werden die Konzentrationen Ihres Medikaments und ggf. wichtiger Metaboliten bestimmt.
Mit Hilfe pharmakometrischer Modelle können dann individuelle Dosierungsempfehlungen berechnet werden.
Mögliche Vorteile sind z. B.:
- Frühere Erkennung von Verschlechterungen oder Nebenwirkungen
- Bessere und genauere Anpassungen der Medikamentendosis
- Mehr Einbindung in Ihre eigene Behandlung (Sie liefern aktiv Daten mit App und Bluttests)
- Weniger „Blindflug“ zwischen Arztterminen
Wichtig: PersonMe ist ein Forschungsprojekt – wir untersuchen, ob das System tatsächlich zu besseren Entscheidungen und stabileren Verläufen führt. Ein individueller Nutzen kann nicht garantiert werden.
Nein.
PersonMe ist ein zusätzliches Werkzeug. Es soll Ärzt*innen helfen, Ihre Situation besser einzuschätzen – ersetzt aber keinesfalls:
- persönliche Gespräche
- körperliche Untersuchungen
- individuelle ärztliche Entscheidungen
Alle Therapieentscheidungen liegen weiterhin bei Ihrem Behandlungsteam.
Der Schutz Ihrer Daten hat höchste Priorität:
- Ihre Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert.
- Es werden pseudonymisierte Kennungen verwendet, damit nur das Behandlungsteam Sie persönlich zuordnen kann.
- Nur die Personen, die für Ihre Behandlung oder für die wissenschaftliche Auswertung zuständig sind, erhalten Zugriff – in dem Umfang, der dafür nötig ist.
- Die Verarbeitung erfolgt nach den geltenden Datenschutzgesetzen (z. B. Datenschutzgrundverordnung DSGVO); Sie werden vor Teilnahme ausführlich über alle Details informiert.
In der Regel brauchen Sie:
- ein Smartphone (Android oder iOS) für die App
- die Bereitschaft, eine Smartwatch oder einen Bewegungssensor zu tragen (in der Studie wird ein geeignetes Gerät zur Verfügung gestellt)
- die Möglichkeit, die App regelmäßig zu nutzen und kurze Fragen zu beantworten
- Sie bekommen ein Set mit Lanzette, Aufnahmesystem, Versandumschlag und eine Anleitung zur Probenentnahme und dem Versand..
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie technisch damit zurechtkommen, bespricht das Team das mit Ihnen und übt die Bedienung gemeinsam.
Häufige Fragen (FAQ) zu PersonMe für Patient*innen
Hinweis: Die bereitgestellten FAQs dienen als vorläufige Orientierung zum Projekt PersonMe. Die Inhalte befinden sich aktuell noch in Abstimmung mit dem Ethikantrag, dem Informed Consent sowie dem Studienprotokoll und sind daher noch nicht final freigegeben. Änderungen und Ergänzungen im weiteren Projektverlauf sind möglich.
Mögliche Belastungen können sein:
- kleine Schmerzen oder blaue Flecken an der Fingerkuppe durch die Blutentnahme
- als „anstrengend“ empfundene Häufigkeit der App-Fragen
- ein erhöhtes Krankheitsbewusstsein (weil Sie sich öfter aktiv mit Symptomen beschäftigen)
Schwere Risiken sind nach derzeitigem Wissen nicht zu erwarten. Konkrete Risiken und Maßnahmen werden Ihnen in der Patientenaufklärung genau erklärt, bevor Sie einwilligen.
Nein.
Die Teilnahme an PersonMe ist für Sie als Patient*in kostenfrei. Das Projekt wird öffentlich gefördert (u. a. aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – EFRE – im Rahmen des Programms „Gesünder.IN.NRW“).
Ja.
Die Teilnahme ist freiwillig. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen.
- Es entstehen Ihnen dadurch keine Nachteile für Ihre weitere Behandlung.
- Bereits erhobene Daten können – je nach Studienprotokoll und rechtlichen Vorgaben – ganz oder teilweise gelöscht bzw. nur noch anonym weiterverwendet werden. Das wird Ihnen im Aufklärungsgespräch genau erläutert.
PersonMe ist ein gemeinsames Projekt von:
- der Klinik für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Münster
- dem Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster
- der Softwarefirma beemo GmbH (App & IT-Plattform)
- der Gesellschaft für Bioanalytik Münster e. V. (Koordination und Transfer)
Finanziert wird das Projekt im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 („Gesünder.IN.NRW“) mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen.